Statement des Umweltdezernenten

Statement des Umweltdezernenten

Umweltdezernent Peter Vermeulen

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Stadt birgt zahlreiche Geräuschquellen: allen voran der Straßenverkehr, gefolgt von Schienen- und Flugverkehr, Industrie- und Gewerbebetrieben, Baustellen und nicht zuletzt Freizeitaktivitäten. Im städtischen Umfeld ist es heutzutage nicht mehr leicht, sich einer wachsenden und allgegenwärtigen Lärmbelastung zu entziehen.

Einfacher gesagt: Wo Stadt ist, ist Lärm.

Die Wertschätzung von Ruhe und natürlichen Geräuschen stellt einen klaren Gegenpol zu den Lärmbelästigungen dieser technisierten Welt dar. Das Erleben ruhiger Umgebung ist ein menschliches Grundbedürfnis und ist damit gleichzeitig auch ein wesentlicher Aspekt der Erholung und Gesundheit. Die Bedeutung von ruhigen Gebieten und von Erholungsgebieten mit einer natürlichen Geräuschkulisse für den Menschen ist sowohl auf EU-Ebene, als auch auf nationaler und lokaler Ebene erkannt. An der Umsetzung konkreter Schritte zur Auswahl und Sicherung ruhiger Gebiete können Sie sich direkt beteiligen.

Ich lade Sie herzlich ein, gemeinsam auf die „Suche“ nach ruhigen Gebieten zu gehen!

Mülheim zeichnet sich bereits heute nicht nur als ein sehr erfolgreicher Wirtschaftsstandort, sondern auch durch „ruhige Gebiete“ mit hoher Aufenthalts- und Erholungsqualität aus. Diese sind es, welche als Markenzeichen das Image der Stadt als hervorragenden Wohnstandort prägen. Vor allem im Mülheimer Süden finden sich große Gebiete unter Natur- und Landschaftsschutz, welche eine eher geringe Lärmbelastung aufweisen. Im Mülheimer Norden und der Stadtmitte dagegen gibt es einen Mangel an solchen Kompensationsräumen.

Als Planungsziel ist die Sicherung ruhiger Gebiete unmittelbar mit städtischer Lebensqualität verbunden. Es gibt hier zahlreiche Anknüpfungspunkte zu anderen Bereichen wie zum Beispiel der Landschaftsplanung aber auch zu aktuellen Projekten wie dem mir sehr am Herzen liegenden Masterplan Spiel- und Bewegungsräume. Dessen zentrales Ziel ist es ebenfalls Stadträume für ein gesundes Leben zu gestalten, um somit die Entfaltungsmöglichkeiten der Menschen im jeweiligen Stadtquartier zu verbessern.

Ich sehe die aus der EU-Umgebungslärmrichtlinie erwachsene Aufgabe ruhige Gebiete zu sichern als Chance, das Erscheinungsbild Mülheims positiv zu formen, indem wir die Standorteigenschaften einer lärmarmen Stadt weiterentwickeln.

Öffentliche Räume entstehen durch Nutzungen. Neue Freiräume entstehen nicht nur durch Planung und Bau, sondern auch durch Aneignung – und die beginnt im Kopf.

Es ist Ihre Stadt, daher bitte ich Sie: Beteiligen Sie sich!